Zwei Wochen Urlaub und zwei Flitterwochen

oder: Falscher Vorwand für eine Party in Kapstadt

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Ein Wochenende zu zweit

Am nächsten Tag stand erst einmal ein wichtiger Termin auf dem Plan. Wir trafen uns mit dem Standesbeamten in der Villa, wo die Trauung stattfinden sollte, um die Zeremonie zu besprechen. Wir hatten uns das Palm House im Kapstadter Stadtteil Wynberg ausgesucht. Es handelte sich bei dem Anwesen um ein großes Haupthaus mit einem schönen Eingangsbereich, einer großen Rasenfläche davor und einem schönen Pool an dem ein Poolhaus stand. Letzteres hatten wir für die Übernachtung gemietet, da es Platz für genau sechs Personen bot. So konnten wir unsere kleine Feier auf dem Grundstück relativ privat veranstalten. Wir waren begeistert von dem Ambiente und auch von der Unkompliziertheit und Kooperation die uns von Seiten des Beamten und der Vertreterin des Palm Houses entgegen gebracht wurde. Sogar unsere Garderobe konnten wir direkt dort lassen. Jetzt hieß es noch zwei Wochen Singledasein überstehen.

Gut gelaunt stießen wir mit einem bayrischen Weissbier im Paulaner-Biergarten an, der sich in der Kapstadter Waterfront befand und genossen den herrlichen Dezember in Südafrika. Es war warm, die Sonne schien, wir shoppten ein wenig und aßen leichte Kost zum Mittag im Freien mit einem schönen Blick auf dem Hafen. Was konnte diesen Tag noch verderben? Wir hätten besser fragen sollen 'Wer kann uns diesen Tag noch verderben?'.


In Camps Bay wollten wir ein paar Einkäufe tätigen und uns damit an den Stand begeben, um dort zu picknicken und den Sonnenuntergang zu genießen. Aber es kam ganz anders. Das mit den Einkäufen ging noch gut. Als wir aber wieder an unserem Auto waren, sahen wir, dass es gerade auf einen Abschleppwagen gehoben wurde. Der Rest des Tages lässt sich dann so zusammenfassen: ein 'hilfsbereiter' Typ - mit dem wir einen 'Dienstleistungspreis' ausmachten - fuhr mit uns in einem Minibus zur Polizeiwache, wir zahlten ein saftiges Bußgeld, nachdem wir an einem Bankautomaten Bares geholt hatten, fuhren mit dem Typen wieder zurück, der dann viel mehr als ausgemacht verlangte, bekam es aber auch nach langem Lamentieren nicht, wir waren noch mehr gefrustet als ohnehin schon und hatten das teuerstes Essen unseres ganzen Urlaubs im Zimmer unserer Unterkunft. Selbst eine Partie Scrabble konnte unsere Laune für den Tag nicht mehr wesentlich heben.